Das vorolympische Jahr ist für die Vereine, aber besonders für die Verbandsverantwortlichen, immer ein besonderes Jahr. Die Vereine wollen ihre Sportler, durch sehr gute Leistungen, ins Rampenlicht führen, damit die Verbandsverantwortlichen diese in ihre Auswahlkader aufnehmen. Hier hat man dann die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln und in die Leistungsspitze vorzuarbeiten. Wie das Holzheimer Beispiel zeigt, ist dafür aber auch im Verein eine ausreichende Sportlerzahl mit einer sehr hohen Leistungsdichte notwendig. Nach dem vorzeitigen Vereinsabgang von Elke Felten im Vorjahr, konnten in diesem Jahr mit Irene Rozema, die im Laufe der Saison geheiratet hat und dann als Irene Pepinghege, aus Essen-Kray, an den Start ging, Doris Grebski aus Marl und I. Riemann drei leistungsstarke Fahrerinnen gewonnen werden. Damit hatte man zwar 7 starke Frauen, aber für den K IV keinen Trainingspartner und die 7. Frau konnte nur im K I trainieren. Dies ist für die Stimmung in der Mannschaft nicht zuträglich. Nach Beginn der Saison suchte man hierfür nach eine Lösung. Die Lösung fand man mit der Fahrerin Chr. Gier, die sich in 1966 vom Leistungssport verabschiedet hatte. Jetzt konnte sie nicht nur mit den leistungsstarken Fahrerinnen, wie 1966, trainieren, sondern mit diesen auch auf sehr hohem Niveau Rennen fahren. Bereits zur NRW-Meisterschaft war der Trainingsrückstand, zum großen Teil, aufgeholt und der zweite Holzheimer Frauen K IV war ein konkurrenzfähiges Boot geworden.
Somit ging die HSG mit 8 Frauen Sen. , 4 Männer Sen., 3 Männer Junioren, 3 weibl. A-Jugend. , 7 männl. A-Jugend.,
8 weibl. B-Jugend. und 4 weibl. C-Jugendlichen an den Start..
Die männl. Jugend B und C hatte in diesem Jahr keine regattafähige Jugendliche. Zu den oben genannten Zahlen der Jugendlichen, in den einzelnen Altersgruppen, gehörten weitere Sportler die leistungsmäßig erst an die anderen herangeführt werden mussten. Dies war eine besondere Aufgabe der Trainer.
Hierfür waren in diesem Jahr für die sen. Mannschaften F.J. Esser, für die weibliche Jugend Heinz Kramer und für die männliche Jugend Bernd Gerigk verantwortlich. Dieter Hecker führte auch in diesem Jahr viele Neulinge, auf der Erft, erfolgreich an den Kanusport heran. Hier wurden die Weichen für die späteren erfolgreichen Kanugenerationen gelegt.
Bei den ersten Regatten in Wuppertal, Herdecke, Loberich und Meiderich wurden, auch gegen starke BRD-Konkurrenz, im K I und K II und im K IV viele Rennen gewonnen. Im K I und K II wurde teilweise auch die zweiten und dritten Plätze durch Holzheimer Boote gewonnen.
Bei den NRW-Meisterschaften hatte man die Hoffnung alle drei Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.
Was auch sehr eindrucksvoll gelang. Im K I und K IV wurden sogar Doppelsiege errungen.
Im K I 500m 1. R. Esser und 2. I. Pepinghege (Rozema)
Im K II 500m 1. R. Esser/E. Rekitt; 2. Felten/Heuser (Duisburg); 3. I. Pepinghege/ H. Honscha und
4. D. Grebski/I. Honscha
Im K IV 500m 1. I. Pepinghege/ H. Honscha/I. Honscha/ D.Grebski und
2. R. Esser/ E. Rekitt/ Chr. Gier/ I. Riemann
Bei den anschließenden Deutschen Meisterschaften in Berlin sollten die Vorjahrserfolge wiederholt werden. Hier ging es nicht nur um Titel sondern auch um Plätze in der Nationalmannschaft.
Im K I 500m 1. Roswita Esser, 2.Elke Felten (Bertasee Duisburg), 3. Renate Breuer (KC Berlin)
6. Erika Rekitt 7. Irene Pepinghege
Im K II konnte der Vorjahrssieg nicht wiederholt werden, aber unter den fünf ersten Booten waren mit dem zweiten, vierten und fünften Platz drei Holzheimer Boote.
Im K II 500m 1. Breuer/Ritter (KC Berlin) 2. R. Esser/E. Rekitt (Holzheim) 3. Felten/Heuser ( Duisburg),
4. I. Pepinghege/H. Honscha (Holzheim) 5. D. Grebski/ I. Honscha (Holzheim)
Als Ausgleich für den entgangenen Sieg im K II gab es im K IV einen Holzheimer Doppelsieg.
Im K IV 500m 1. I. Pepinghege/ H. Honscha/ I. Honscha/ D. Grebski
2. R. Esser/ E. Rekitt/ Chr. Gier/ I. Riemann
3. KC Berlin

siegerehrung 1

Bild 1: K IV Frauen, Siegerehrung Deutsche Meisterschaft

Als Lohn für die geleistete Arbeit wurden R. Esser, E. Rekitt, I. Pepinghege und H. Honscha in die Nationalmannschaft berufen. Die Europameisterschaften, welche in diesem Jahr in Duisburg ausgetragen wurden, begannen schon bei den Lehrgängen mit Besonderheiten. Obwohl genaue Bootsbesetzungsvorgaben vorlagen, haben die Trainer sich nach den Ausscheidungsrennen nicht an diese gehalten. Leittragende war E. Rekitt, obwohl genug leistungsstarke Holzheimer Zweierpartner vor Ort waren, musste sie mit der leistungsschwächeren Irrgang aus Hamburg den K II bestreiten. Als Folge schieden sie bereits im Vorlauf aus.
Hier hat, am ersten Tag, im K I 500m R. Esser mit dem 6. Platz noch das beste Ergebnis des DKV (Deutscher Kanu Verband) erzielt. Der nächste Tag sollte erfolgreicher werden. Im K II 500m wurden Breuer/Esser durch Zielfoto auf den 3. Platz gesetzt. Im folgenden K IV 500m überquerten Esser/Breuer/Ritter/Felten als 2. die Ziellinie. Das zweite Boot des DKV mit drei Holzheimerinnen, Pepinghege/Honscha/Rekitt/Heuser kämpfte auf den ersten 300m noch um den 3. Platz, mussten sich aber letztendlich mit dem 8. Rang begnügen.
Für die Holzheimer Frauen ging damit ein sehr erfolgreiches Jahr zu Ende. Sie hatten drei NRW und zwei Deutsche Meistertitel errungen. R. Esser wurde mit dem K IV noch Vize-Europameisterin.

siegerehrung 2

Die große Überraschung des Jahres waren aber die Männermannschaft. Hubert Schilberg kehrte, nachdem er mit der Rheintreue Düsseldorf mehrere Deutsche Meistertitel errungen hatte, nach Holzheim zurück. Hier sollte mit den jungen Fahrern Theo Ciosz, Klaus Funke, dem Junior Oskar Schubert und dem nach Holzheim gekommenen Edgar Besenreiter aus Minden eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden. Edgar Besenreiter ist am 1. Nov. 1967 aus beruflichen Gründen wieder nach Minden zurück gegangen.
Am ersten Wettkampf des Jahres in Wuppertal erzielte im K I 500m H. Schilberg und im K II 500m Besenreiter/Ciosz jeweils den 2. Platz. Im K IV 500m mit Funke/Schilberg/Besenreiter/Ciosz und in der anschließenden 4x500m K I Staffel, hier startete O. Schubert für T. Ciosz, belegten sie jeweils den 3. Platz. Auf der nachfolgenden Regatta in Herdecke, wo sich bereits ein Großteil der deutschen Elite traf, belegte sie nie erhoffte vordere Plätze.
Im K II 10 000m errangen Funke/Schubert den 3. Rang.
Im K IV 1000m, dem Eliterennen, belegten Schilberg/Funke/Schubert/Ciosz einen sensationellen 3. Rang.
Sie ließen dabei zwei Auswahlmannschaften aus NRW und die starken Berliner hinter sich.
Auf der dritten Regatta in Duisburg-Meiderich errang dieser K IV auf 500m den ersten Senioren Männersieg nach sechs Jahren. Hier errang im K II 500m Funke/Schubert den 3. Platz und K. Funke im K I 500m einen hervorragenden
vierten Platz.

Bei den anschließenden NRW-Meisterschaften war das große Ziel den Endlauf zu erreichen, um eine Startberechtigung für die Deutschen Meisterschaften zu erhalten. Dies ist ihnen in beeindruckender Weise gelungen.
Im K I 500m erreichte Hubert Schilberg, im Endlauf, nach langer Führung den 5. Rang.
Im K II 1000m konnten, die ehemaligen deutschen Jugendmeister von 1965, Funke/Schubert den Endlauf erreichen, was ein riesen Erfolg war. Damit hatten sie eine Reihe von Nationalmannschaftsfahrer hinter sich gelassen.
Die Höhepunkte sollten aber noch kommen.
Im K IV 1 000m errangen sie mit dem zweiten Platz, hinter Rheintreue Düsseldorf, ihre erste Vize-Meisterschaft.
Sie ließen dabei Vereine wie Oberhausen und Duisburg hinter sich, die fast nur aus Nationalmannschaftsfahrer bestanden.
In der K I 4x500m Staffel belegten sie den 3. Platz und haben dabei die hohen Favoriten Rheintreue Düsseldorf hinter sich gelassen.
Im K IV 10 000m, wurde trotz einer schweren Behinderung, die die Mannschaft um mehrere Minuten zurück warf, noch der 5. Rang erzielt. Ohne Behinderung wäre der zweite Rang möglich gewesen. Der Verursacher Bertasee Duisburg wurde disqualifiziert.
Damit hatte, bei den Deutschen Meisterschaften, zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Holzheimer Männer-Mannschaft eine Startberechtigung erworben und diese dann auch erfolgreich genutzt.
Im K IV 10 000m belegte Schilberg/Funke/Schubert/Besenreiter hinter Rheintreue Düsseldorf und KC Berlin dem 3. Platz.

Im K IV 1 000m haben die Fahrer Schilberg/Funke/Schubert/Ciosz die Vor- und Zwischenläufe auf den vorderen Plätzen beendet. Im Endlauf des K IV, dem spektakulärsten Rennen jeder Regatta, belegten sie sensationell den 3. Platz. Hierbei haben sie namhafte Vereine aus der ganzen Bundesrepublik hinter sich gelassen.
Obwohl die neue Männermannschaft keine Meistertitel errungen hatte, haben sie ein sensationelles Jahr, mit vielen hervorragenden Plätzen, hingelegt.

Auch in diesem Jahr sind eine ganze Reihe von Fahrerinnen und Fahrer, auf Grund ihres Alters, aus den Jugendmannschaften ausgeschieden. Sie blieben aber weiterhin sehr erfolgreich.
Ausgeschieden waren u.a. O. Schubert, der erst bei den Junioren und später bei den Senioren sehr erfolgreich war und Horst Hönings der erst mit O. Schubert und später mit Pepinghege vordere Plätze im Juniorenbereich erzielen konnte.

Jugendabteilung: Bei der weibl. Jugend A waren mit Roswita Kivelipp, Irene Schmitz und Irene Ciosz leider nur drei starke Fahrerinnen vorhanden. Nach mehreren Siegen bei den Regatten in Wuppertal, Herdecke und Meiderich, hat auf der NRW-Meisterschaft R. Kivelipp im K I 500m den 2. Platz und I. Schmitz den 5. Platz belegt. Im K II 500m haben R. Kivelipp/ I. Schmitz einen enttäuschenden 5. Platz belegt. Hier blieben sie weit hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.
Bei den Deutschen Meisterschaften wurde der Spieß umgedreht und die harte Trainingsarbeit machte sich bezahlt. Im K I 500m siegte R. Kivelipp genauso wie mit ihrer Partnerin I. Schmitz im K II 500m.
Damit haben sie für sich und der HSG zwei weitere deutsche Jugendmeisterschaften gewonnen.
Auch die weibl. Jugend B errang viele Erfolge und haben im Rahmenprogramm der NRW-Meisterschaften im K I mit A. Giaretta den 2. Platz, im K II mit A. Giaretta/Krinninger und im K IV mit Giaretta/Krinninger/Fuchs/Weihrauch jeweils den 1. Platz belegt.
Ebenso war die weibl. Jugend C sehr erfolgreich und haben auf der NRW-Meisterschaft im K I im A-Lauf mit W. Köhlings den 1. und E. Wolf den 4. Platz belegt. Im B-Lauf haben W. Sauerland den 2. und E. Langhoff den 3. Platz belegt. Im K II belegten Köhlings/Overkamp den 2. und Wittkamp/Holst den 3. Platz. Im K IV gelang mit Köhlings/Overkamp/Langhoff/Wolf und dem K IV Wittkamp/Sauerland/Cöln/Holst ein Doppelsieg.

Bei der männl. Jugend A gingen Manfred Ciosz, Günter Hönings, Herbert Hilgers, Herbert Schmitz, Karl-Heinz Edler Arnfried Renz und Fuchs an den Start. Nach einigen guten Erfolgen bei den Vorbereitungsregatten im K I; K II und K IV wurde alle Kraft in den K IV gelegt. Bei der NRW-Meisterschaft kamen Ciosz/Hönings/Hilgers/Schmitz in den Endlauf und erreichten somit die Startberechtigung für die Deutschen Meisterschaft, was ein sehr großer Erfolg war.
Die männl. Jugend B und C hatte in diesem Jahr keine regattafähige Jugendliche.

Damit kehrte die Holzheimer Mannschaft mit 4 weiteren Deutschen Meistertiteln (Nr. 44-47) aus Berlin zurück und wurde am Montag den 7. August um 20 Uhr, am Holzheimer Rathaus, von vielen 100 Holzheimer Bürger empfangen und gebührend gefeiert. Anschließend ging es mit Musikbegleitung aller Holzheimer Klangkörper zum Saal „zur Post“ auf den Hindenburgplatz, wo besondere Ehrungen durch den Bürgermeister, Gemeindedirektor und Vertreter des Kreises Grevenbroich stattfanden. Anschließend wurde bis in den frühen Morgen ausgiebig gefeiert.

Farbfotos Rechte bei Bernd Gerigk
Bernd Gerigk
28.11.2017

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